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Offene Beziehung

Die Muse - Das andere Wesen

{Reblog}




Ich liebe meine Frau, Marcella.

Und ich liebe das Leben, die Frauen an sich. Unsere offene Beziehung ist ein Weg, nicht nur ein Tor. Es ist ein Weg den auch andere mit mir gehen können. Andere Frauen. Und das ist auch mein Wunsch: ich strebe nach genau dieser Vielfältigkeit, nach den Nuancen, welche mir andere Frauen schenken können, ob sie nun Marcella ebenso hat oder auch nicht.

Ich strebe nach der pefekten Geliebten, die ich aber lieber Muse nenne. Denn sie spielt eine weitaus grössere Rolle in meinem Leben als eine 'Geliebte'. Sie ist wichtig für mich, nicht nur für meine Lust oder meine Entspannung, meine Unbekümmertheit. Sondern ebenso für mein 'Ich-Sein'. Sehr wichtig.

In achtzehn Jahren habe ich Connie verloren, Vanessa, Carmen ebenso wie Silke, Nadine, Leslie und zuletzt Femke auch. Aber es ist besser eine Geliebte zu haben - als sie niemals geliebt zu haben. Fast all diese verloren zurück an die engere Welt traditioneller Beziehungen, verloren an Wünsche wie Sicherheit, Beziehungsexklusivität, Bürgerlichkeit. Alle sieben waren mir in diesen Jahren jene Musen die mir so viel gaben: Inspiration, Hingabe, Bewunderung, intellektuelle Gegnerschaft, mich Begehren, sich nach mir Verzehren, mit mir lachen und weinen - laszive Verführerinnen und Femmes Fatales, Geishas, Huris, Lebefrauen, Liebhaberinnen, Schwestern der Freude. Sie unterstützten mich in meinen Taten, gingen mit mir zusammen die neuen Wege, boten, nein: brachten mir ihre Lust und ihre Freundschaft, experimentierten mit mir, gingen mit mir zusammen Wagnisse ein, verrücktes, abgehobenes, trieben es mit mir aus grosser persönlicher Neugierde und aus freudiger Unbekümmertheit heraus in allerlei Nuance, an allerlei Orten und zu allerlei Zeiten, schenkten mir Neues, schenkten mir sich, und schenkten mir auch 'alte' Emotionen zurück. Liessen mich in sie vernarren, sie bewundern, mit ihnen den Tanz des Lebens tanzen.

Mich lebend fühlen. Ja.
-> Offene Beziehung
2.10.11 09:15


Kopf und Bauch

Ich habe hier schon eine ganze Weile nichts mehr zum Thema Offene Beziehung (bzw. in unserem Fall Offene Ehe) geschrieben, obwohl es auch hier Weiterentwicklungen gab. Dies hole ich nun nach, indem ich einen Beitrag, den ich zum Thema in einem Forum im letzten August veröffentlichte, hier nun copy&paste einbringe.


Vorab: Eine Offene Beziehung ist für mich weit mehr als weitgehend emotionsbefreites Swinger-Poppen, ob nun paarweise oder parallel alleingängerisch. Es ist die Öffnung einer Liebe nach aussen, der Verzicht auf emotionale und körperliche Abkapselung resp. Isolation resp. Exklusivität. Ich sage bewusst emotional, denn wenn ich besonders begehre, bringe ich diesem Menschen auch damit realitiv große Emotionen entgegen, aus denen sich schneller als man schauen kann auch größeres entwickeln kann.

@Tomz, das ist mir 'etwas' zu hypothetisch, abgeklärt, an der (durchaus auch in der Liebe) egoistischen/egozentrischen Natur des Menschen vorbei, ja sogar selbstverantwortungsablehnend...

Stimmt, echte Liebe hält nicht fest, sonst wird sie zum mehr oder weniger goldenen Käfig. Aber sie lässt auch nicht bedingungslos und vollkommen altruistisch los. Dazwischen gibt es Werte, welche eine nachhaltige Liebe durchaus prägen und tragen dürfen, ja sogar zwingend soll(t)en: Ver-bind-lichkeit, Verantwortung, Arbeit an sich selbst, am anderen und an der Beziehung, am gemeinsamen Band. Bildung von Urvertrauen, wobei Vertrauen etwas ist, was man nicht bekommt sondern in erster Linie selbst schenkt, auch sich selbst: im Vertrauen darauf, vom anderen nicht enttäuscht oder gar - so hart dieses Wort nun klingen mag - verraten zu werden. Und auch vertrauend, es auch selbst nicht zu tun.

Das impliziert in seiner härtesten Konsequenz sogar, dem geliebten Menschen Gefühle von Liebe einem dritten gegenüber erlauben zu dürfen, denn Liebe ist mitnichten ein Monopol, auch wenn das viele so proklamiert wissen wollen aus rein egoistischen 'Unvertrauens-' Gründen. Aber erlauben und gönnen im Urvertrauen auf das Band, welche den geliebten Menschen ohne nihilistische Endlichkeits-Annahme mit einem selbst verbindet.

Hypothetisch? Mitnichten. Meine Frau und mich verbindet solch ein Band. Es ist mitnichten perfekt, aber unglaublich mächtig geworden im Laufe von 17 Jahren. Es bedarf der nicht endenwollenden Pflege durch uns beide. Das Zauberwort hier: Aktive, anhaltende Aufmerksamkeit. So kann Liebe wahrhaft überleben, weil sie sich zu etwas im Laufe der Zeit verwandelt, was verdammt viel zu überwinden in der Lage ist. Und durchaus ein open end statt einer hingenommenen Endlichkeit verspricht.

@anxunamun, ich habe da bisher zwei (aufeinander aufbauende?) Verhaltensweisen sowohl bei mir selbst als auch bei anderen beobachten können: Die einen schränken sich in solchen Situation im Ausleben ihrer eigenen Freiheit ein, ja leben diese gar nicht (mehr) aus. Vielleicht steckt ja der (unbewusste?) Gedanke dahinter: Wenn ich es nicht tu bzw. mir nichts daran liegt bzw. ich unterbinde, dass es mir etwas bedeutet beweise ich dem anderen, dass er es auch nicht zu tun braucht und mir zuliebe unterlassen kann/soll/muss?
Andere wiederum stürzen sich um so intensiver in Abenteuer mit dritten, vielleicht weil sie instinktiv oder sogar ansatzweise selbstreflektiert von dieser unausgesprochenen 'Erpressung' ahnen und sich selbst beweisen wollen im Sinne der Theorie einer Offenen Beziehung/eines polyamoren Geflechts dass sie 'besser' sind als erstere und 'darüber stehen'? Wobei wir an einem weiteren wichtigen Merkmal einer nachhaltigen Liebe angekommen sind: Knallharter Selbstreflektion, unabdingbar, unverzichtbar.
Nur ein Erklärungsversuch, über den es sich sehr wohl diskutieren lässt...

Aber ein Erklärungsversuch, welcher bisher der praktischen 'Anwendung' in der nun 17 Jahren währenden Offenen Beziehung meiner Frau und mir durchaus standgehalten hat.

@maracuja, die Zeit ist ein trügerisches Ding Ich selbst war mir auch schon sicher, dass die Zeit uns von so vielerlei 'geheilt' hätte - und es wäre fast in einer Katastrophe geendet. Die Zeit verheisst uns nur all zu gerne, uns zurücklehnen zu dürfen. Diesen Fehler machen wir hoffentlich kein zweites Mal mehr!

-> Erinnerungen
6.2.11 10:09


Von Eifersucht, Egoismus, Altruismus und Liebe

> Das geht ja bunt zu und her bei euch...das fasziniert
> mich... seid ihr alle ganz anspruchslos oder geniesst ihr
> einfach den Moment miteinander?

Ich weiss jetzt nicht, worauf sich dieses 'anspruchslos' beziehen soll - aber ja, der Genuss des Augenblicks spielt dabei natürlich eine sehr tragende Rolle -schmunzel-

> Nie Zoff, nie Eifersucht, wird nie jemand vom Gefühl
> befallen, zu kurz zu kommen?

Klar kommt das vor. Ich weiss, dass in Polyamorie-Foren oftmals das Gegenteil behauptet wird. Aber das führe ich mal frech zurück auf eine momentane Euphorie jener, welche die Polyamorie gerade mal für sich entdeckt haben oder sie idealisieren, solche Foren dann dominieren und die ersten großen Stolperfallen noch vor sich haben oder sie einfach ignorieren, die Augen vor ihnen verschliessen - denn die kommen unweigerlich -schmunzel-
Es gibt Zoff, insbesondere wenn einer der Beteiligten gerade eh schlecht drauf ist und das dann auf die Beziehungskonstellation überträgt. Es gibt auch Eifersüchteleien (aber so eine richtige Eifersucht eigentlich nicht (mehr)) aus dem gleichen Grund, beim gleichen Anlass. Aber dann kommen auch wieder die Zeiten, wo jeder für sich in diesem 'Netz' sich wohl fühlt, die Stimmigkeit fühlt, glücklich damit ist. Und die überwiegen bei uns dreien eindeutig.
Bei zwei Frauen und einem Mann wie es ja bei uns der Fall ist kommt natürlich dem Mann eine besondere mediale Rolle zu. Es ist insbesondere meine Aufgabe darauf zu achten, dass keine der beiden Damen das Gefühl bekommt, 'vernachlässigt' zu sein. Das lässt sich zwar nicht immer erreichen (insbesondere wenn einer der Damen gerade mal etwas launisch ist, was ja bei jedem Menschen immer mal vorkommt), aber mittlerweile bekomm ich das eigentlich ganz gut hin ohne großen Aufhebens - Übung macht halt den Meister -smile-
Eines kann man auf jeden Fall sagen: Ich bin ein viel aufmerksamerer Mann geworden, und das tut uns allen drei sehr gut.

> Verzeih mir meine Neugier...aber das ist das erste Mal,
> dass ich die vielbeschworene Polyamorie mal so
> beschrieben erhalte.
> Sonst tönt es immer so irgendwie wummerig und nicht
> wirklich nachahmenswert...so im Stil "gute Miene zum
> bösen Spiel machen"...

Wie ja schon mal oben beschrieben: Das was da so aus Polyamorie-Foren tönt, kann man nicht ganz so ernst nehmen, zumindest wenn es über einen langen Zeitraum hinweg funktionieren soll. Es gibt mittel- und langfristig keine Gleichbehandlung, 'Egal'-Behandlung, keine 'Gleichberechtigung der Lieben'. Eine Wertigkeit, eine Hirarchie schleicht sich bei Menschen immer irgendwann ein. Und diese sind bei uns klar: Meine Frau ist meine Frau, mit ihr will ich den Rest meines Lebens verbringen, unsere Beziehung ist nicht auf eine Endlichkeit ausgelegt. Während ich zugleich weiss, dass Sairyaa irgendwann wieder von mir gehen wird (was mir dann aber Schmerzen bereiten wird) zu einem anderen Mann, der ihr seine ganze Aufmerksamkeit widmet, weil sie so etwas genau dann braucht und hoffentlich auch bekommt. Aaber die Zeit bis dahin wird von uns genossen bis zum letzten Tropfen! Das kann nächsten Monat sein oder auch erst in ein paar Jahren. Im Moment denke ich aber, dass eher das zweitere der Fall sein wird und bin sehr glücklich darüber -smile-

> aber bei dir tönts munter und zufrieden. Ists auch so?

Auch wenn das in heutigen Zeiten etwas unwirklich klingt, Myriam: Ich bin tatsächlich ein glücklicher Mann! Und die zwei Damen sind ebenfalls glücklich mit uns so wie wir sind. Die kleinen (Un-)Tiefen sind schnell überwunden, das haben wir mittlerweile alle gelernt, man lacht halt ein wenig über die kleinen Haken und Ösen welche der Alltag und das Menschsein einem hier und da beschert und fängt sich wieder - um sich dann wieder wohl zu fühlen. So ist halt das Leben -smile- Und in vielen Belangen gehen wir drei desahlb mit weit offeneren Augen durch unseren Alltag und erkennen vieles, was anderen als Drama erscheint, als belächelnswertes Drämchen... -smile-

> Wo zieht ihr die Grenze, nach dem Sex? Wohl nicht, wenn
> es für deine Muse eine vollwertige Beziehung ist?

Ich liebe meine Frau. Und ich liebe meine Geliebte. Und die beiden lieben auch mich, nicht trotzdem sondern wahrscheinlich sogar weil es so ist wie es ist. Immerhin sind meine Frau und ich nun fast schon sechzehn Jahre zusammen und so manches was in anderen Beziehungen zum Beziehungskiller wird, ist bei uns auch weiterhin noch in Bewegung, wenn Du verstehst was ich damit sagen will. Stagnation ist in solch einer Beziehung eigentlich fast schon ein Fremdwort.

> Und schmerzt es deine Angetraute nicht, wenn du liebe-voll
> mit deiner Muse bist?

Bisweilen schon, zumindest mehr als beim Blick meiner Geliebten auf meine Frau. Aber das ist sehr stimmungsabhängig. Es ist eben ziemlich verführerisch, momentane Launen einfach in dem etwas anderen unserer Beziehung abzureagieren, ihr die 'Schuld' für allerlei anzulasten, wenn man gerade mal wieder einen Frust hat. Das ist nur menschlich, das etwas andere, 'fremdere' hat immer erst mal die Generalschuld, ehe man sie bei etwas anderem oder gar bei sich selber sucht -lach- Aber mittlerweile sind wir ganz gut darin, das für uns auch zu reflektieren. Und ich bin ganz gut darin, auch mal eine besondere Aufmerksamkeit zu verteilen, wenn ich merke wo gerade mal wieder das Fell juckt -schmunzel-
Aber eigentlich sind das alles Beziehungsarbeiten, welche auch in allen Zweierbeziehungen geleistet werden sollten - aber dort unglaublich selten stattfinden...
Übrigens ist für mich jede Liebe höchst individuell, es gibt nicht DIE Liebe, sondern zu jeder geliebten Person unterhält man eine Liebe die sich zu der einem anderen Menschen gegenüber fundamental unterscheidet. Daher kann auch die Liebe zu einem Menschen jene zu einem anderen eigentlich gar nicht ersetzen. Es sei denn, man beschließt das Sterben einer Liebe, zum Beispiel weil man denkt, es darf eigentlich nur eine Liebe zugleich geben. Eine weit verbreitete Annahme übrigens, welche so manchen in unserer Kultur schon in so manches (völlig unnötige!) Leid gestürzt hat.

> Ich vermute, ihr seid alle mit einer guten Portion Toleranz
> und Grosszügigkeit gesegnet....oder?

Der Mensch ist in erster Linie ein Egoist, Myriam - aber aus dem Egoismus kann dann auch der Altruismus geboren werden -schmunzel- In anderen Worten: Sich (emotional und) sexuell auch anderen Menschen zuwenden zu können, ist erst einmal der Urantrieb zu einer offenen Beziehung. Die Konsequenz daraus, dies auch dem Partner zu gönnen, ist dabei der lästige Preis, den es erst mal zu bezahlen gilt. Aber mit der Zeit lernt man, dass man damit das Glück des Partners vermehren kann, dass dieses Glück wiederum auf einen selbst wieder zurückfällt und der Liebe zwischen den Partnern gut tut und diese auch dauerhaft am Leben (im wahrsten Sinne des Wortes) halten kann. Es ist wie ein andauernder Impuls von aussen, wie ein ständiger Zustrom von positiver Energie in Form von Reizströmen.
Es macht glücklich, sowohl die Individuen als Egoisten als auch das Paar innerhalb ihrer altruistischen Liebe zueinander, Myriam.
Aber glaub jetzt nicht, ich sei so ein abgehobener Esoteriker, das bin ich beileibe nicht -lach- Aber diese Metaphern beschreiben es eben am Treffendsten.
Um noch einmal auf Deine Frage zurückzukommen: Toleranz und Grosszügigkeit haben wir sicherlich alle drei, wenn auch nicht im abgehobenen Maß - aber sie sind geboren aus einem fundamentalen Egoismus heraus. Und diese drei individuell portioniert stellen dann das individuelle Glück jedes einzelnen von uns dar -smile-
Der Mensch ist eben nicht nur gut oder nicht nur schlecht - er ist halt Mensch, das heißt immer irgendwie beides zugleich. Und das heißt auch nicht, dass er grau, gemittelt, harmonisiert, perfekt ausgeglichen ist - sondern eben bunt, ambivalent, sprunghaft(,) lebendig -zwinker-

Und ich fühl mich verdammt bunt! -lach-

-> Offene Beziehung
6.5.09 07:53


Es bewegt mich

Ich stelle fest, auch im Rückblick aber besonders aus aktuellem Anlass:

Der eigene Kampf gegen das Gespenst der Eifersucht (oder ist es bei mir 'nur' mehr die 'Verlustangst'?) muss von mir immer wieder neu gewonnen werden, sobald jemand in mein Leben tritt, der mir sehr ans Herz wächst. Nicht allgemein, sondern sehr situativ bezogen, insbesondere wenn ich das Gefühl habe eines Kontrollverlustes, zB weil ich nicht dabei bin, wenn wesentliche Dinge geschehen, tiefe versprechende Begegnungen stattfinden. Meine inneren Verwerfungen dabei sind gelegentlich sehr aus der Bahn werfend, eine wahre Achterbahn der Gefühle, Schmerz und Euphorie in einem. Ein Gefühl, als würde einem das Herz den Brustkorb sprengen wollen, dem ich scheinbar hilflos ausgeliefert bin. Scheinbar.

Denn: Ich weiss auch, dass ich ihn stets gewinnen werde, es braucht nur seine Zeit. Und das Fühlen bedeutet zu leben. Das Fühlen dieses Kampfes, aber insbesondere ebenso diese Gefühle bedingungsloser Zuneigung und Hingabe und Leidenschaft zu und mit meiner Muse.

-> Offene Beziehung
28.2.09 09:31


Polyamorie und Offene Beziehung

Es stellt sich mir die Frage, ob sich eine Offene Beziehung und die Polyamorie wirklich so leicht voneinander trennen lassen, wie Vertreter beider Begriffe und deren Versuch, sie gegeneinander abzugrenzen, uns weiss machen wollen.
Gibt es wirklich eine ernsthafte Lust aus einer Offenen Beziehung heraus, die losgelöst sein kann von allen Emotionen ausser einer abstrakten personenungebundenen Begierde? Und gibt es wirklich diese 'reine' Liebe in der Polyamorie, welche die Sexualität fast schon 'platonisch missachtet' und die Liebes-Lust negiert?
Ich persönlich halte ja beide Positionen für unhaltbare Extreme. Extreme, welche wenn man sie durch die gelebte Realität verlässt, in der Mitte zu einer unmöglichen Trennung dieser beiden Begriffe werden...

Mir persönlich fallen ja für diese Extreme spontan andere Begriffe ein: 'Anonyme Ficker' (=Only-One-Hour-Swinger) und 'Weltumarmer' (=abgehobene Esoteriker). -schmunzel- Nichts für ungut!

-> Offene Beziehung
13.12.08 14:31


Marlies Kolle

Die Frau an der Seite von Oswald Kolle, dem Chefaufklärer der Nation, wenn nicht gar der ganzen Welt, schließlich hatten seine Filme 100 Millionen Menschen (manche Quellen sprechen von 140 Millionen) weltweit bestaunt, ganz abgesehen von seinen Büchern. Sie liebten sich 48 Jahre lang mit vielen Höhen und Tiefen bis zu ihrem Tod 2000. Gerne wird sie auch heute noch als Opfer ihres Mannes verunglimpft, insbesondere aus feministischen und konservativen Kreisen, völlig zu unrecht, wie ich finde: Es war eben eine echte Offene Ehe, offensichtlich unbegreifbar selbst für heutige 'Verhaftete'...




Oswald Kolle erzählt:


»Wenn ich früher eine Schreibblockade hatte, sagte meine Frau: "Fahr mal weg. Und verlieb Dich. Aber trink keinen Schnaps. Da machst Du Dir Deine Leber kaputt und wirst aggressiv."«

»Einmal hat eine meiner Geliebten[*] bei meiner Frau angerufen und gesagt: "Ich kriege ein Kind von ihrem Mann."
Da hat sie geantwortet: "Fantastisch. Freuen Sie sich. Der macht wunderschöne Kinder.«

[*zu denen sich unter anderen auch Romy Schneider zählte.]

»Meine Frau und ich waren uns zu hundert Prozent treu, aber unsere Treue ging weit über den kleinbürgerlichen Treuebegriff hinaus. Wir lebten eine geistige Treue. Treue kommt von Vertrauen.«

-> Offene Beziehung
30.10.08 10:48


Auswärts essen gehen

Ich liebe meine einheimische Küche, mein wohlbekanntes Lieblings-Restaurant - gehe aber gelegentlich auch gerne mal nennen wir es 'exotisch essen'.

Liebe und Sex sind für mich untrennbar verbunden. Keine Frage. Und die Liebe bringt etwas ganz besonderes mit hinein in die Sexualität. Auch keine Frage. Aber Sexualität ohne Liebe kann wiederum ganz eigene Qualitäten haben, welche bei Sex in der Liebe ((nach einiger Zeit)) nicht ((mehr)) zu finden sind. Ich denke da nur an die immer wieder neuen Reize des bisher unbekannten, an anonyme Spiele, ja einfach nur das Fühlen bisher nicht bekannter Haut, den Geruch und Geschmack eines bisher unbekannten Menschens, dessen neue, ihm eigene Art der Sexualität, der Reiz, der durch mehr als eine Zweisamkeit entsteht, das Kribbeln beim sich Anbahnen einer Affaire, vielleicht sogar der Auftakt einer neuen Vernarrtheit, ein wenig schweben gar auf rosaroten Wolken und vieles, vieles andere mehr.

Die Art und andersartige QUalität der Sexualität zwischen Menschen ist btw immer streng an die jeweiligen Individuen und der sich dadurch bildenden neuen Paaridentität geknüpft und ich empfinde es als falsch, zu behaupten, Sex mit einer (geliebten) Person ersetze den Sex mit allen anderen Personen auch nur einigermaßen erfolgreich. Er stellt aber durchaus etwas ganz besonderes dar.

-> Offene Beziehung
25.10.06 19:36


Persönliche Fragen und offene Antworten

Hi K.,

zuerst einmal: ich finde es schön, wenn Menschen beginnen, dort nachzudenken, wo zuvor nur Vorurteile herrschten :-)

Deine Fragen mal chronologisch abgehakt, sonst wird noch ein Roman daraus:

[gibt es in Eurer "offenen Beziehung" niemals (?) so etwas wie Eifersucht????]

Eifersucht ist unseres Erachtens etwas, was unsere Kultur und unsere Gesellschaft uns mit auf den Weg gegeben hat - sie ist nicht angeboren. Dieser emotionale Mischmasch aus Verlustängsten, Neid und Besitzdenken erfüllt(e) bestimmte gesellschaftliche Aufgaben, aber auf eine Art und Weise, welche unserer Meinung nach mehr schlecht als recht war: Das Leiden, dass sie in Beziehungen hineinbringt ist unserer Meinung nach eigentlich immer schlimmer als der Nutzen, den die zwei beteiligten Menschen daraus ziehen. Marcella hat das Glück, von dieser Prägung weitestgehend aus uns nicht ganz erschließbaren Gründen frei zu sein - irgendwie versagte bei ihr der Mechanismus, der fast allen anderen Menschen in unserem Kulturkreis diesen emotionalen Komplex kontinuierlich einhämmert. Bei mir war es etwas anders: Als Jugendlicher war ich fast krankhaft eifersüchtig! Aber ich schaffte es über einen sehr langen Zeitraum (>10 Jahre) voller einschlägiger Erfahrungen, in dem ich mich intensiv auf mannigfaltige Art und Weise mit meiner Eifersucht auseinander setzte, meine Eifersucht in ihrer wahren Natur zu erkennen und sie schließlich gar zu 'besiegen' - so sehr, dass sie wirklich nur noch eine sehr untergeordnete, meist nicht mehr spürbare Rolle in meinem Leben und meinen Gefühlen spielt. Ich habe erkannt, dass Eifersucht etwas gemachtes und zugleich nicht einfach so naturgegeben hinzunehmendes ist. Dass ich mich dagegen wehren konnte, sie durch erkennen fassbar und 'abbaubar' war. Ich habe sie schließlich als ein sehr schädliches Ding erkannt und aus meinem Ich quasi herausisoliert. Du glaubst gar nicht, wie befreiend das für mich war - und immer noch ist. Ein Leben ohne Eifersucht ermöglicht es (mir), das Leben ganz neu zu lieben!

[Und warum habt Ihr bei aller Unkonventionalität doch geheiratet???]

Wir sind nicht aus Prinzip unkonventionell - das wäre dogmatisch, ein Fehler der 68er btw. Nein, wir halten viel von der Institution Ehe, uns beide betreffend. Unsere Hochzeit war etwas wirklich sehr wichtiges für uns. Und das nicht nur hinsichtlich dessen, dass wir nun Kinder habe wollen, was rationell gesehen auch ein Grund war, jetzt zu heiraten. Denn wir denken diesbezüglich ganz konservativ, dass Kinder ein geregeltes, festes Umfeld brauchen, was imho die Ehe u.a. bieten kann - auch wenn sie diesen Kindern etwas abverlangt durch ihr offenes Prinzip. Was aber auch zu deren Entwicklung zu Toleranz und Weltoffenheit wesentlich beitragen kann.

[Ich hielt die "offene Beziehung" bisher immer für die disziplinloseste und bequemste Art der Zwischenmenschlichkeit. Zur Zeit überdenke ich meinen Standpunkt hierzu aber(...)]

Eine offene Beziehung ist mitnichten disziplinlos und bequem, wie Du richtig zu erkennen beginnst: Die konventionelle Art der Beziehung ist meines Erachtens die weit bequemere, sichert sie doch ein Zugriffsmonopol auf den Partner und braucht daher bei weitem weniger Disziplin, scheut sie doch die Auseinandersetzung mit dem Einfluss des Äußeren und braucht diesbezüglich keine hohe Kultur der Auseinandersetzung darüber. Ich behaupte gar: in der offenen Beziehung ist der Dialog unter den beteiligten Partner ungleich gehaltvoller und intensiver als in der konventionellen, bekommt sie doch stets hochwertigen, die Beziehung betreffenden Input, wo bei der konventionellen Beziehung Totenstille und Schweigen über Ängste, Freuden und vermisste Potentiale und Wunscherfüllungen herrscht!

[Ist das die einzige Art, wie Beziehungen in unserer Zeit funktionieren? Denkst Du das?]

Die offene Beziehung ist keine Frage einer vergangenen, gegenwärtigen oder zukünftigen Zeit: Es gab sie schon immer, in Abhängigkeit der beteiligten Individuen, und es wird sie auch immer geben. Sie war auch schon immer ein probates, individuell einsetzbares Konzept, persönliche Freiheit und die gemeinsame, nicht nur flüchtige Liebe miteinander zu verknüpfen. Man darf aber dabei nie vergessen, dass eine offene Beziehung stets mehr geben als nehmen ist: Der eigene Seitensprung wiegt nie so viel wie der des anderen. Wenn man beginnt in Nutzen-Kosten-Bilanzen zu denken, hat man die Beziehung und die Liebe schon verloren! Nein, die offene Beziehung beruht auf dem altruistischen Prinzip, es ist der Gedanke, zuallererst und vordergründig dem anderen aus ganzem Herzen zu gönnen, was ihn erfreut, der sie dauerhaft am Leben erhält - eigentlich das Ideal einer (Menschen-)Liebe. Und erst der zweite Gedanke ist dann die eigene Freiheit, die daraus für einen selbst erblüht - dann allerdings auch ohne das geringste schlechte Gewissen mit uneingeschränkter Freude an der 'Sache'.

Es ist wirklich unglaublich: Irgendwann war ich an dem Punkt angelangt, an dem ich mit großer innerer Freude und Lust an der Lust und Freude Marcellas teilnahm, wenn diese sie gemeinsam von und mit einem anderen Menschen, ob nun Mann oder Frau, empfing. Ein wunderbares Gefühl voller ungeschminkter Liebe zu ihr.

Wenn Du weitere Fragen hast...


Gerd

-> Offene Beziehung
16.9.06 09:52


Standes-Wechsel

Ich frage mich, inwiefern und ob sich in den Köpfen von Frauen, die mich bereits kennen oder mich dann erst kennenlernen eine andere Sicht meiner selbst herauskristallisieren wird und ob das ihre Haltung und ihr Verhalten mir gegenüber 'anders justiert', wenn ich ihnen ab bald sage: Ich bin verheiratet.


-> Offene Beziehung
4.8.06 13:03


Toleranz endet beim andersartigen

Eine Diskussion die sich gewaschen hat:


Wer lebt in einer offenen Beziehung?



-> Offene Beziehung
2.8.06 13:45


Aus Wikipedia

»Eine Offene Beziehung bezeichnet eine Beziehung (gewöhnlich zwischen zwei Personen), in der die Beteiligten die Freiheit haben, auch andere Partner zu haben. Wenn ein Paar, das eine Offene Beziehung vereinbart hat, verheiratet ist, handelt es sich um eine Offene Ehe. 'Offene Beziehung' wird häufig als Synonym für 'Polyamorie' oder 'polyamore Beziehung' gebraucht, jedoch besteht ein Unterschied in der Definition der beiden Begriffe: Die 'Offenheit' in einer 'offene Beziehung' beschreibt vorrangig den sexuellen Aspekt dieser nicht ausschließlichen Beziehung; 'Polyamorie' ist hingegen darauf angelegt, die Beziehung zu erweitern - indem erlaubt wird, zusätzliche Bindungen (sexueller oder emotionaler Natur) einzugehen, die zu langfristigen Beziehungen führen«

-> Link

Unter dem Aspekt räume ich ein, dass wir eine Mischform leben: Während ich schon mehrmals eher eine Form der hier beschrieben Polyamorie (er-)leben konnte (Siehe auch Das andere Wesen) und auch durfte, beschränkt sich meine zukünftige Kaiserin eigentlich auf den sexuellen, abenteuerlichen Aspekt. Das einzige Mal, als auch sie sich in polyamorische Gefilde wagte, endete das fast in einem totalen Fiasko.

Mal sehen, ob sich das so zementieren wird oder ob da irgendwann neue Bewegung hineinkommt. Dann allerdings wäre auch ich wieder in der Situation, neue Gefühle und Erfahrungen verarbeiten zu müssen - oder auch zu dürfen, je nach dem.


-> Offene Beziehung
26.7.06 12:31


Google des Tages V

Erstaunlicherweise steht dabei mein Blog zusammen mit Joshuatrees gleich an erster Stelle:

altruismus in der offenen beziehung

Wikipedia sagt dazu:

Altruismus (von lateinisch: alter - der andere und der Endung -ismus) ist die Eigenschaft der Uneigennützigkeit oder Selbstlosigkeit. Unter altruistischem Handeln versteht man allgemein selbstloses Handeln.

In der menschlichen Gemeinschaft gilt: Wer aus altruistischen Motiven handelt, ist ein -> Philanthrop.

Altruismus kommt in der Natur vor, wenn ein Individuum Aufwand treibt, obwohl nur ein anderes Individuum davon direkt profitiert. Dies scheint auf dem ersten Blick dem Darwinismus zu widersprechen. Das Gegenteil des Altruismus ist der Egoismus. Dennoch besteht ein Zusammenhang zwischen egoistischen Verhaltensweisen und altruistischen Handlungen.

Jedoch ergeben sich oft Gruppenvorteile aus diesem Handeln, woraus alle Mitglieder [...] langfristig wieder individuell profitieren. Der Sinn von Altruismus ist hier nicht die Vorteilserlangung des Individuums gegenüber einem anderen Individuum, sondern der Gruppe innerhalb einer Art oder der Art gegenüber konkurrierenden Arten.

Die Bereitschaft zum altruistischen Handeln hängt zumindest bei Säugern in der Regel von Verwandtschaftskoeffzienten ab. Je höher der Grad der Verwandtschaft zwischen zwei Individuen ist, desto höher liegt die Bereitschaft zum altruistischen Handeln. [Anm.: Seelische Verwandtschaft?]

Innerhalb einer Population sorgt die Bildung von Vertrauen manchmal für die Ausbreitung altruistischen Sozialverhaltens. Vertrauensbildung ist möglich, wenn ein Individuum sich merken kann, von welchem anderen Individuum es in der Vergangenheit Gutes erhalten hat, und an wen es selbst Gutes verteilt hat. Es kann dann sein eigenes Handeln daran ausrichten, wem es vertraut, und von wem es in der Vergangenheit betrogen worden ist. Das Individuum handelt dann in gewissem Sinne gleichzeitig altruistisch und egoistisch.

"Altruismus ist der intelligentere Egoismus".

-> Philanthrop

Ein Philanthrop (v. griech.: φιλος philos = Freund + ανθροπος anthropos = Mensch) ist ein "Menschenfreund" oder Wohltäter.

-> Offene Beziehung
20.1.06 08:53


Evolution der Eifersucht

Woher kommt die Eifersucht? Darüber ist ein Streit unter Evolutionspsychologen entbrannt. Die Mehrheit ist Überzeugt, das Leiden sei angeboren - und zwar dem Manne in anderer Gestalt als der Frau. Studien bestätigen das. Probanden wurden vor die Wahl gestellt, welche Sorte Seitensprung sie beim Partner härter träfe: Sex ohne Liebe oder Liebe ohne Sex. Stets fürchteten Frauen vor allem die bloße Gefühlsverirrung, Männer dagegen den Beischlaf.
Mit Blick auf die Evolution hat das auch Sinn. Denn dem Mann kann es im Prinzip egal sein, ob seine Frau andere Männer liebt - solange sie sich nur nicht mit ihnen paart und dem Gehörnten womöglich Kuckuckskinder unterschiebt. Bei der Frau ist es umgekehrt: Sie braucht den Mann für die Aufzucht der Nachkommen, egal, mit wem er sonst noch schläft - wichtig ist nur, dass er sich nicht gefühlsmäßig anderweitig bindet.
Nun aber hat die US-Psychologin Christine Harris den reichen Schatz der Studien zum Thema analysiert. Ergebnis: Die These, es gebe zweierlei Eifersucht, stimmt wohl nur im Experiment. Im wahren Leben, so resumiert Harris in der Zeitschrift "American Scientist", verhalten sich Frauen und Männer oft sehr ähnlich, oft sogar genau entgegen den Vorhersagen der Theorie; zudem spiele auch die Kultur eine große Rolle.
Es gibt aber eine Erklärung, so Harris, die am Ende zu allen Befunden passt: Nur die alarmierende Grundangst, zu kurz zu kommen, ist demnach angeboren - und zwar beiden Geschlechtern gleichermaßen. Entstanden ist die Eifersucht daraus, wie etliche Studien zeigen, vermutlich in der Kindheit: Geschwister, die um die elterliche Zuwendung konkurrieren, zeigen schon vergleichbare Gefühlswallungen.

-> Offene Beziehung
9.1.06 09:44


Offene

Stolperfallen und Rat-schläge

-> Offene Beziehung
9.12.05 11:18


Offene Beziehungen und Kinder

Eine grosse Anzahl der Paare welche regelmäßig in einen Swingerclub gehen (und das sind in D Millionen), haben Kinder. Auch wenn ich diese erst kürzlich aus dem 'Kreise der offenenen Beziehungen' ausgegrenzt habe: Sie leben zumindest den Knackpunkt, an dem sich die Umwelt aufreibt, also letztendlich die Kinder betroffen sind. Auch in so mancher mittlerweile weitverbreiteten Patchwork-Family kommt es zu sexuellen 'Verwurschtelungen', welche den Kinder mittelfristig nicht verborgen bleiben. Und bei geschiedenen Eltern, welche neue (feste oder wechselnde) Sexualpartner gefunden habe, ergeben sich ähnliche Fragestellungen bezüglich der Kinder. Es wird also bereits gelebt und - wie ich denke - auch ohne grosse Folgen für die Kinder. Welcher Art sollten diese auch sein? Rufverfolgung in Kindergarten und Schule? Das sind Dinge, die auch ohne das Thema 'offene Beziehung' passieren. Wenn ein Kind dafür empfänglich ist, findet sich unter Kindern immer ein Thema, und sei es nur der Underdog-Beruf eines Vaters, 'lapidares' wie die Haarfarbe, Unsportlichkeit, fehlende Markenklamotten oder vieles vergleichbare - für ein Kind mindestens genauso schlimm, eine Achillesferse die gleich brennend schmerzt. Da gilt es unabhängig des Themas immer, den Kindern durch Erklärungen den Rücken zu stärken, eine schwierige aber durchaus alltägliche Aufgabe, die viel zu deren späteren hoffentlich gesunden Selbstbewusstsein beträgt.

Eine offene Beziehung begründet sich zwar ursprünglich meist auf dem individuellen Egoismus (zumindest eines, wenn nicht gar beider Elternteile), findet aber seinen wahren Knackpunkt, seine wahre Schwierigkeit und somit seinen Kern im Altruismus. Denn letztendlich muss der Egoist diesen seinen Egoismus völlig über Bord werfen, um altruistisch dem Partner entgegen jeglicher Facette seiner eigenen (Eifersucht-)Erziehung die gleiche Freiheit zu gönnen und sie zu 'ertragen', was um einiges schwieriger ist als das leichtfertige Ausleben des eigenen Geschlechtstriebs. Die gescheiterten 'Experimente' in meinem engeren und weiteren Umfeld sprechen dazu mehrere Bände. Das ist die Wahrheit einer offenen Beziehung! Also ist eine offene Beziehung in erster Linie nicht egoistisch. Sie ist es lediglich auf den hinteren Rängen.

Last but not least ein Zitat aus Wikipedia:

»Oft wird befürchtet, dass nicht-ausschließliche Beziehungen negative Folgen für Kinder haben könnten. Die Praxis zeigt jedoch, dass dies nicht der Fall ist, sofern die Bezugspersonen in einer stabilen Partnerschaft leben. Bei Teenagern in der Phase der Identitätsfindung kann eine solche Beziehungsform der Eltern Unsicherheit auslösen; Kleinere Kinder profitieren oft von den zusätzlichen Bezugspersonen (siehe die Bücher von Wend-o-Matic und Easton und Liszt im Abschnitt Literatur). Bei Heranwachsenden aus solchen Familien kommt es sowohl vor, dass sie nicht ausschließliche Beziehungen als zusätzliche Option betrachten, als auch, dass sie eher traditionelle Lebensentwürfe wählen. Gelegentlich wird berichtet, dass Kinder weniger oder gar keine Eifersucht zeigen, was die Hypothese stützt, dass Eifersucht eine (wenn auch tief verwurzelte) kulturelle Norm darstellt.«


-> Offene Beziehung
23.11.05 08:21


Swingen = offene Beziehung?

(Antwort zu Schwingers Lustlehre)

[....] Allerdings sollte dann vorher noch die von Dir gestellte Frage "leben Swinger resultierend aus ihrem Tun in einer offenen Beziehung?" erst gründlich beantwortet werden. Denn gerade bei den meisten Paaren die sich in Augenweide 'herumtreiben' würde ich diese Frage schlichtweg verneinen. Und ich weiss wovon ich rede, war ich doch bereits auf zwei Augenweide-Parties und habe über diese Menschen erst mal gestaunt. Bis ich dahinterkam dass sehr viele dieser Menschen andere Sexualpartner eher als eine Art Sex-Toy betrachten, das man sich als netten Gag mal ab und zu in den Partnerkreis hereinholt, aber von denen sie sich emotional ängstlich fernhalten als würden sie ansonsten auf eine Mine treten die ihre Beziehung bei der kleinsten emotionalen Bewegung bezüglich eines Dritten in die Luft sprengen würde. Also meines Erachtens megaweit von einer offenen Beziehung entfernt. Eher eine etwas liberalere Form der geschlossenen, konservativer in ihren Restriktionen als die stillschweigend geduldete heimliche Geliebte früherer Zeiten..

Allerdings würden wahrscheinlich fast alle jener ihre Form des streng kontrollierten Miteinanderfremdgehen als offene Beziehung bezeichnen, nur weil Sex mit Dritten im Spiel ist. Und zugleich den Partner sollte er jemals allein oder emotional etwas mit einem dritten haben sofort in den Wind schiessen "nach altem Brauch & alter Sitte".

Solltest Du das Interview auf solche Menschen loslassen, müsstest Du auch unbedingt eine Frage nach deren Defintion einer offenen Beziehung gleich zu Beginn einbauen, die genau diesen Punkt abzudecken hat: Gibt es neben Eurer Beziehung auch Secondaries oder lediglich durch den Primary streng kontrollierte XXXs ;-)


-> Offene Beziehung
22.11.05 10:14


Interview zur Offenen Beziehung

In Gemeinschaftsproduktion ist der Entwurf eines
Interviews zur Offenen Beziehung
entstanden. Wer Lust und Zeit hat kann es ja mal in Augenschein nehmen, Ergänzungen und Verbesserungen sind sehr erwünscht. Insbesondere auch jener unter Euch welche nicht in einer offenen Beziehung sind, aber Fragen an Menschen haben, die in einer solchen leben. Denn die Autoren sind in dieser Hinsicht als 'Insider' natürlich perspektivisch etwas 'gehandicapt' ;-)


Über Beantwortungen freuen wir uns natürlich ganz besonders! :-)


-> Offene Beziehung
21.11.05 13:00


Interview zur offenen Beziehung

Schwinger ist in seinem Blog lustlehre gerade dabei, eine Art Interview zur offenen Beziehung aufzubauen, welches ich überaus interessant (gerade auch als Anschauungsgrundlage nach von mir aus gesehen aussen) finde.

Würde mich sehr freuen, wenn ihm dabei ein wenig Inspiration von Euch auf diesem Wege zufliessen könnte, denn ich fühle mich da eher befangen und daher zum Kreise der Ausfüller berufen...

Helft ihm also, dann helft ihr auch mir :-)


(Btw, das war mein 600. Blog...)


-> Offene Beziehung
19.11.05 09:15


Das andere Wesen...

Ich liebe Marcella.

Und ich liebe das Leben, die Frauen an sich. Unsere offene Beziehung ist ein Weg, nicht nur ein Tor. Es ist ein Weg den auch andere mit mir gehen können. Andere Frauen. Und das ist auch mein Wunsch, ich strebe nach genau dieser Vielfältigkeit, nach den Nuancen, welche mir andere Frauen schenken können, ob sie nun Marcella ebenso hat oder auch nicht.

Ich strebe nach der pefekten Geliebten, die ich aber lieber Muse nennen würde. Denn sie spielt eine weitaus grössere Rolle in meinem Leben als eine 'Geliebte'. Sie ist wichtig für mich, nicht nur für meine Lust oder meine Entspannung, meine Unbekümmertheit. Sondern ebenso für mein 'Ich-Sein'. Sehr wichtig.

In siebzehn Jahren habe ich Connie verloren, Vanessa, Carmen ebenso wie Silke, Nadine, Leslie und zuletzt Femke auch. Fast immer verloren zurück an die engere Welt traditioneller Beziehungen, verloren an ihre und oder deren neuer Partner' Wünsche wie Sicherheit, Beziehungsexklusivität, Bürgerlichkeit. Alle sieben waren mir in diesen Jahren jene Musen welche mir so viel gaben: Inspiration, Hingabe, Bewunderung, intellektuelle Gegnerschaft, mich Begehren, sich nach mir Verzehren, mit mir lachen und weinen - laszive Verführerinnen und Femmes Fatales, Geishas, Huris, Lebefrauen, Liebhaberinnen, Schwestern der Freude. Sie unterstützten mich in meinen Taten, gingen mit mir zusammen die neuen Wege, boten, nein: brachten mir ihre Lust und ihre Freundschaft, experimentierten mit mir, gingen mit mir zusammen Wagnisse ein, verrücktes, abgehobenes, trieben es mit mir aus grosser persönlicher Neugierde und aus freudiger Unbekümmertheit heraus in allerlei Nuance, an allerlei Orten und zu allerlei Zeiten, schenkten mir Neues, schenkten mir sich, und schenkten mir auch 'alte' Emotionen zurück. Liessen mich in sie vernarren, sie bewundern, mit ihnen den Tanz des Lebens tanzen.

Mich lebend fühlen. Ja.

{Aktualisiert am 26.6.2010}

-> Offene Beziehung
19.10.05 12:54


Offene Beziehung

Hi Xxxxxx,

Hast mich ganz schön zum Überdenken gebracht mit Deiner eMail ;-)

Erst mal Danke ich Dir für die lobenden Worte, hat mich sehr überrascht solche "Umwälzungen" zu verursachen mit meinem Blog. Aber ich nehme das mit Freude zur Kenntnis :-)

Ja, eine offene Beziehung kann wirklich funktionieren. Immerhin lebe ich diese seit über 12 Jahren und wir beabsichtigen sie so weiterzuführen mit Ehe und Kindern :-) Wir sind beide von Grund auf erst mal nicht monogam eingestellt (wie auch wie wir denken die allermeisten Menschen nicht, wenn sie ehrlich zu sich selber sind) und haben aus Gedanken eben von Anfang an Konsequenzen gezogen - was wir bisher keinen einzigen Tag bereut haben.

Wir begründen unsere Beziehung eben nicht auf Besitz- und Exklusivrechte auf den anderen sondern auf eine Partnerschaft, in der achtende Liebe und, wie wir sagen, "Urvertrauen" die tragenden Rollen, die Stränge der Verbundenheit spielen. Da gehört auch dazu, dem Partner zu gönnen, was er begehrt (auch ausserhalb der Beziehung) und ihm sexuelle Erfüllung nicht nur in den eigenen Armen zu gönnen, sich auch an seiner aushäusigen sexuellen und emotionellen Befriedigung zu erfreuen.

Natürlich geht so etwas nicht ohne Haken und Ösen, auch wir haben zum Beispiel Verlustängste. Aber ich denke nicht das jene über das Mass jener in einer geschlossenen, traditionellen Beziehung hinausgehen, hat man sich erst mal daran gewöhnt. Und Eifersucht ist ein Thema, dass nur noch eine sehr untergeordnete Rolle spielt, ja grösstenteils gar nicht mehr vorhanden ist (obwohl ich in meiner Jugend ein extrem eifersüchtiger Mensch war).

Letztendlich würde ich sagen: Wir sind über lange Zeit gesehen glücklicher und haben auch eine stabilere Beziehung als so manches Paar das diese Innigkeit und Beziehungsicherheit auf dem Fundament der Treue aufzubauen versucht. Aber eben auch eine Beziehung mit allen Auf und Abs. Sicherheit bietet auch diese Form der Beziehung nicht, wie wir erst kürzlich erfahren haben. Aber auf der anderen Seite hat diese unsere Art der Beziehung uns wahrscheinlich erst ermöglicht, unter extrem schwierigen Bedingungen wieder so intensiv wie heute zueinander zu finden - jede traditionelle Beziehung wäre unter dieser "Belastungsprobe" mit Sicherheit zerschellt wie eine Porzellanvase auf einem Granitboden.

Wir können uns auch viel mehr über unsere Gedanken erzählen, erleben gelegentlich sogar zusammen Dinge mit Dritten, brauchen oftmals nicht schweigen oder gar verstohlen sein und lachen in Momenten in denen andere weinen.

Und ich darf mich auch mal in andere "verknallen" ohne Ängste - ein grossartiges Gefühl und ein grösseres Geschenk innerhalb einer Beziehung als man sich vorstellen kann :-)

Ich finde, das alles ist es mehr als wert - zumindest für uns :-)

Gerd

-> Offene Beziehung
14.10.05 12:31


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