Wesen im WolfsWald
(In einem Blog gehört es zum guten Ton, nicht einfach zu konsumieren und dann schweigend weiter zu ziehen. Schreibt was ihr denkt und fühlt! Aber bitte nicht anonym.)
Es war einmal vor über zehn Jahren, als eine Frau mir in einem ausgesprochen offenen Augenblick ihre geheimste Phantasie verriet...
Als Mädchen, als angehende Frau, hatte sie die griechischen Mythologien gelesen, wobei sie auf die Geschichte der Zeugung des Minotaurus stieß - und davon wie elektrifiziert war, sie immer und immer wieder lesen musste.
Minos, ein Sohn des Zeus, der auf der vom Meer umgebenen Insel Kreta wohnte, bat seinen Onkel, den Meeresgott Poseidon, ihm zur Festigung seiner Königswürde und zur Abschreckung eventueller Thronanwärter ein Wunder zu gewähren. Er solle einen weißen Stier aus dem Meer emporsteigen lassen, später wolle er ihn den Göttern auch opfern. Poseidon ließ daraufhin einen Stier aus dem Wasser steigen. Kretas König Minos fand den Stier jedoch derart schön, dass er ihn in seine Herde aufnahm und statt dessen ein minderwertigeres Tier opferte.
Poseidon ergrimmte und verfluchte Minos' Frau Pasiphaë, die sich daraufhin in den Stier verliebte. Sie ließ sich von Daidalos ein hölzernes Kuhgestell bauen und eine Kuhhaut darüberspannen, um dann in dieses Gestell zu kriechen und sich in diesem mit dem weißen Stier zu vereinigen. Aus dieser Vereinigung ging der Minotauros hervor, eine Gestalt mit menschlichem Körper und dem Kopf eines Stieres.
Seitdem ging ihr dieses immer und immer wieder in Momenten der Lust durch den Kopf - der Mythos wurde zu ihrer Sünde. Und der zeugende Stier mutierte in ihrer Phantasie immer mehr zum Minotaurus selbst.
Und nun ist die Zeit gekommen. Ich habe die passende Maske endlich gefunden, 'lebensecht', in warmem, flexiblen Latex, gewaltig im Ausdruck, überdimensional impressiv.
Sie wird zur personifizierten Pasiphaë werden, wird die Vereinigung mit dem Biest wahrhaftig am eigenen Leib erleben können...